Sind unsere Erinnerungen immer wahr?

Sind unsere Erinnerungen immer wahr?

Es geht nicht darum ob, sondern wie wahr sind unsere Erinnerungen wirklich und durch was werden sie beeinflusst?

Unsere Erinnerungen sind oft nicht vollständig oder objektiv, sondern können durch verschiedene Faktoren verzerrt oder verändert werden.

Neurobiologisch betrachtet gibt es mehrere Mechanismen, die dazu beitragen können, dass unsere Erinnerungen nicht immer der Realität entsprechen:

  • Rekonstruktive Natur des Gedächtnisses: Das menschliche Gedächtnis ist nicht wie eine Kamera, die Ereignisse genau aufzeichnet und wiedergeben kann. Stattdessen ist es rekonstruktiv, was bedeutet, dass Erinnerungen oft auf Basis von Fragmenten und schematischen Informationen konstruiert werden. Diese Rekonstruktion kann zu Verzerrungen führen, da Erinnerungen mit anderen Erfahrungen, Erwartungen und Überzeugungen verknüpft werden können.
  • Einfluss von Emotionen: Emotionen können einen starken Einfluss auf die Bildung und den Abruf von Erinnerungen haben. Traumatische Ereignisse können beispielsweise dazu führen, dass bestimmte Aspekte der Erinnerung verstärkt werden, während andere unterdrückt oder verzerrt werden. Dies kann dazu führen, dass traumatische Erinnerungen besonders lebhaft oder verzerrt erscheinen.
  • Konsolidierung und Rekonsolidierung: Wenn wir eine Erinnerung bilden, durchläuft sie einen Prozess der Konsolidierung, bei dem sie im Gehirn stabilisiert und gespeichert wird. Während dieses Prozesses können jedoch Veränderungen auftreten, die die Genauigkeit der Erinnerung beeinflussen. Darüber hinaus können Erinnerungen bei jedem Abruf erneut konsolidiert werden, was zu Veränderungen oder Verzerrungen führen kann.
  • Suggestibilität: Externe Einflüsse wie suggestive Fragen oder soziale Interaktionen können unsere Erinnerungen beeinflussen und zu Fehlinformationen führen. Zum Beispiel können suggestive Fragen während einer Befragung dazu führen, dass Personen falsche Details in ihre Erinnerungen integrieren.
  • Neuroplastizität: Das Gehirn ist plastisch und kann sich im Laufe der Zeit verändern. Dies bedeutet, dass Erinnerungen im Laufe der Zeit modifiziert oder neu interpretiert werden können, was zu Unterschieden zwischen der ursprünglichen Erinnerung und der aktuellen Wahrnehmung führen kann.

 

Unsere Erinnerungen können nicht nur durch persönliche Erfahrung und emotionale Prozesse beeinflusst werden, sondern auch durch die Erzählungen anderer Menschen.

Dies geschieht aus verschiedenen Gründen:

  1. Soziale Interaktionen: Durch Gespräche und Interaktionen mit anderen Menschen können wir Informationen und Erzählungen aufnehmen, die unsere eigenen Erinnerungen beeinflussen können. Zum Beispiel können wir durch Gespräche mit Familienmitgliedern oder Freunden neue Details über vergangene Ereignisse erfahren, die unsere Erinnerungen ergänzen oder verändern.
  2. Kulturelle Einflüsse: Unsere kulturellen Hintergründe und die Geschichten, die in unserer Gesellschaft verbreitet werden, können ebenfalls unsere Erinnerungen beeinflussen. Geschichten, die wir in den Medien sehen oder in Büchern lesen, können unser Verständnis von vergangenen Ereignissen prägen und unsere Erinnerungen daran formen.
  3. Kollektive Erinnerungen: In einigen Fällen können ganze Gruppen oder Gesellschaften kollektive Erinnerungen teilen, die von kulturellen oder historischen Narrativen geprägt sind. Diese kollektiven Erinnerungen können die individuellen Erinnerungen einzelner Personen beeinflussen und zu einem gemeinsamen Verständnis vergangener Ereignisse beitragen.
  4. Familienmythen und Geschichten: Innerhalb von Familien können bestimmte Geschichten oder Mythen über vergangene Ereignisse weitergegeben werden, die das Verständnis und die Erinnerungen einzelner Familienmitglieder prägen können. Diese Geschichten können im Laufe der Zeit verändert oder verzerrt werden und so zu Unterschieden zwischen den tatsächlichen Ereignissen und den erinnerten Versionen führen.

 

Insgesamt können die Erzählungen anderer Menschen einen erheblichen Einfluss auf unsere eigenen Erinnerungen haben, indem sie neue Informationen liefern, vorhandene Erinnerungen ergänzen oder verändern und kulturelle oder soziale Kontexte bereitstellen, die unsere Interpretationen beeinflussen.

Dies unterstreicht die dynamische und kontextuelle Natur von Erinnerungen und ihre Fähigkeit, sich im Laufe der Zeit zu verändern und anzupassen.

Insgesamt zeigt dies alles, wie komplex und kontextabhängig der Erinnerungsprozess ist und wie verschiedene Faktoren, einschließlich des emotionalen Zustands, die Art und Weise beeinflussen können, wie wir uns an vergangene Ereignisse erinnern.

 

Auch unsere Stimmung hat einen Einfluss, an was und wie wir uns erinnern:

Zum Beispiel könnten Personen, die sich in einem glücklichen oder positiven Zustand befinden, dazu neigen, sich besser an positive Ereignisse zu erinnern, während Personen, die sich in einem depressiven oder traurigen Zustand befinden, dazu neigen, sich besser an negative Ereignisse zu erinnern.

Dieser Effekt wird durch die Aktivierung bestimmter Netzwerke im Gehirn beeinflusst, die mit dem emotionalen Zustand verbunden sind.

Die Wahrnehmung ist in diesem Moment selektiv und vieles andere wird ausgeblendet:

Hier ist ein Beispiel für selektive Wahrnehmung

im Zusammenhang mit Trauma:

Angenommen, eine Person hat in ihrer Kindheit traumatische Erfahrungen mit Hunden gemacht, bei denen sie von einem Hund gebissen wurde. Diese traumatische Erfahrung hat tiefe Ängste und negative Emotionen in Bezug auf Hunde ausgelöst.

Wenn diese Person nun als Erwachsener einem Hund begegnet, könnte sie dazu neigen, sich stark auf die Merkmale des Hundes zu konzentrieren, die ihre Ängste verstärken, wie zum Beispiel seine Größe, sein Bellen oder seine Bewegungen. Sie könnte sich intensiv darauf konzentrieren, den Hund zu beobachten und Anzeichen von Aggression oder Gefahr zu suchen.

Gleichzeitig könnte die Person weniger auf positive Merkmale des Hundes oder Hinweise darauf achten, dass der Hund freundlich ist oder keine Bedrohung darstellt. Selbst wenn der Hund freundlich ist und versucht, Zuneigung zu zeigen, könnte die Person diese Signale möglicherweise ignorieren oder als bedrohlich interpretieren.

Diese selektive Wahrnehmung im Zusammenhang mit dem Trauma reflektiert die tief sitzenden Ängste und negativen Assoziationen, die die Person mit Hunden verbindet. Die traumatische Erfahrung hat ihre Wahrnehmung beeinflusst und dazu geführt, dass sie sich stark auf Informationen konzentriert, die ihre Angst verstärken, während positive oder neutrale Informationen weniger Beachtung finden.

In diesem Beispiel zeigt sich, wie selektive Wahrnehmung als Schutzmechanismus dienen kann, indem sie dazu beiträgt, potenzielle Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Gleichzeitig kann sie jedoch auch dazu führen, dass die Person reale Gefahren überinterpretiert oder positive Erfahrungen verpasst.

 

State-dependent Memory

State-dependent memory ist ein Phänomen, bei dem die Abrufbarkeit von Erinnerungen durch den Zustand oder die Bedingungen beeinflusst wird, in denen die Informationen ursprünglich kodiert wurden. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass Menschen sich besser an Informationen erinnern können, wenn sie sich in einem ähnlichen physiologischen oder emotionalen Zustand befinden wie zum Zeitpunkt des Lernens oder der Erfahrung.

Es gibt verschiedene Arten von Zuständen, die das state-dependent memory beeinflussen können:

  1. Physiologische Zustände: Dazu gehören beispielsweise der Konsum von Alkohol oder anderen Drogen, Müdigkeit, Hunger oder körperliche Anstrengung. Personen könnten sich besser an Informationen erinnern, die sie in einem bestimmten physiologischen Zustand gelernt haben, wenn sie sich später wieder in diesem Zustand befinden.
  2. Emotionale Zustände: Emotionale Zustände wie Freude, Traurigkeit, Angst oder Stress können ebenfalls das state-dependent memory beeinflussen. Personen können sich besser an Informationen erinnern, die sie in einem bestimmten emotionalen Zustand gelernt haben, wenn sie sich später wieder in einem ähnlichen emotionalen Zustand befinden.
  3. Umweltbedingungen: Die Umgebung, in der das Lernen oder die Erfahrung stattgefunden hat, kann ebenfalls das state-dependent memory beeinflussen. Personen könnten sich besser an Informationen erinnern, die sie in einer bestimmten Umgebung gelernt haben, wenn sie sich später wieder in dieser Umgebung befinden.

Ein bekanntes Beispiel für state-dependent memory ist der Effekt, dass Menschen sich besser an Dinge erinnern können, die sie betrunken gelernt haben, wenn sie später wieder betrunken sind. Dies unterstreicht die Bedeutung der Berücksichtigung des Kontextes und der Bedingungen, unter denen das Lernen oder die Erfahrung stattgefunden hat, für den Erinnerungsprozess.

Auch stark positive Ereignisse, können das Trauma wieder aktivieren:

Traumatische Ereignisse aktivieren das Nervensystem sehr stark, was zu einer erhöhten Erregung führt, die von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol begleitet wird.

Positive Ereignisse, die hohe Erregung auslösen, können das Nervensystem in einen ähnlichen Zustand versetzen wie während des traumatischen Ereignisses.

Wenn eine Person also eine hohe Erregung durch positive Ereignisse erlebt, kann dies das state-dependent memory aktivieren und traumatische Erinnerungen reaktivieren oder verstärken. Diese plötzliche Reaktivierung traumatischer Erinnerungen kann retraumatisierend sein und starke emotionale Reaktionen auslösen, selbst wenn die aktuelle Situation eigentlich positiv ist.

Insgesamt kann die hohe Erregung durch positive Ereignisse das Nervensystem aktivieren und das state-dependent memory beeinflussen, was zu einer Reaktivierung traumatischer Erinnerungen und einer Retraumatisierung führen kann.

 

Hier liegt aber auch ein große Chance Einfluss zu nehmen, z.B. durch Selbstregulationsübungen:

Wenn du dich positiv aktivierst, indem du deine Stimmung verbessert, kann sich deine Sicht auf die Welt deutlich verändern.

Positive Wahrnehmung: Wenn du dich positiv fühlst, bist du eher geneigt, positive Aspekte deiner Umgebung und deiner Erfahrungen zu bemerken. Du könntest die Schönheit der Natur mehr schätzen, die Freundlichkeit anderer Menschen wahrnehmen und dich auf Dinge konzentrieren, die dir Freude bereiten.

Optimistische Interpretation: Eine positive Stimmung kann dazu führen, dass du Ereignisse und Situationen optimistischer interpretierst. Du könntest Herausforderungen als Chancen zum Wachsen sehen, Misserfolge als Lernmöglichkeiten betrachten und Schwierigkeiten als vorübergehende Hindernisse ansehen, die überwunden werden können.

Erweiterte Perspektive: In einem positiven Zustand könntest du eine breitere Perspektive auf die Welt haben und offen sein für neue Erfahrungen und Möglichkeiten. Du könntest neugieriger sein, neue Dinge ausprobieren und dich für die Perspektiven anderer Menschen interessieren.

Resilienz und Selbstwirksamkeit: Positive Aktivierung kann deine Resilienz stärken und dein Gefühl der Selbstwirksamkeit erhöhen. Du könntest besser in der Lage sein, mit Stress umzugehen, dich schneller von Rückschlägen zu erholen und deine Ziele mit Zuversicht und Entschlossenheit zu verfolgen.

 

 

 

Was ist eine Retraumatisierung?

Was ist eine Retraumatisierung?

Was ist eine Retraumatisierung?

Eine Retraumatisierung tritt auf, wenn eine Person erneut traumatisiert wird, indem sie ähnlichen Belastungen oder Auslösern ausgesetzt ist, die das ursprüngliche Trauma verursacht haben oder damit in Verbindung stehen.

Dies geschieht in der Regel, wenn die zugrunde liegenden Traumata noch nicht vollständig bewältigt oder verarbeitet wurden.

15 Auslöser, durch die eine Re-Traumatisierung auftreten kann:

1. Triggernde Ereignisse: Situationen, Orte, Menschen oder Ereignisse, die dem ursprünglichen Trauma ähneln, können starke emotionale Reaktionen auslösen und eine Retraumatisierung verursachen.

2. Ähnliche Stressoren: Wenn eine Person ähnlichen Stressoren ausgesetzt ist wie bei dem ursprünglichen Trauma, kann dies eine Retraumatisierung auslösen. Zum Beispiel kann ein Opfer von häuslicher Gewalt erneut traumatisiert werden, wenn es in eine ähnliche gewalttätige Situation gerät.

3. Verbale Auslöser: Worte, Sätze oder Stimmen, die mit dem Trauma verbunden sind, können unerwartet auftauchen und eine Retraumatisierung verursachen.

4. Körperliche Berührung: Berührungen oder physische Interaktionen, die an das ursprüngliche Trauma erinnern, können starke emotionale Reaktionen auslösen und eine Retraumatisierung hervorrufen.

5. Emotionale Intensität: Starke emotionale Reaktionen wie Angst, Panik, Wut oder Hilflosigkeit können die Erinnerungen an das ursprüngliche Trauma wiedererwecken und eine Retraumatisierung auslösen.

7. Soziale Interaktionen: Interaktionen mit anderen Personen, insbesondere solchen, die das Trauma verursacht haben oder ähnliche Verhaltensweisen zeigen, können eine Retraumatisierung auslösen.

7. Medien oder Nachrichten: Das Sehen oder Hören von Nachrichten, Filmen oder Geschichten, die das ursprüngliche Trauma widerspiegeln oder ähneln, kann eine Retraumatisierung verursachen.

8. Träume und Flashbacks: Träume oder Flashbacks, die das Trauma wiedererleben lassen, können eine Retraumatisierung auslösen, insbesondere wenn sie intensiv sind und die Person das Gefühl haben lässt, das Trauma erneut zu erleben.

9. Ähnliche Gerüche oder Geräusche: Sinneswahrnehmungen wie Gerüche oder Geräusche, die mit dem ursprünglichen Trauma verbunden sind, können unerwartet auftreten und eine Retraumatisierung verursachen.

10. Annäherung an den Täter: Wenn eine Person dem Täter oder den Tätern des Traumas erneut begegnet oder in Kontakt mit ihnen kommt, kann dies eine starke emotionale Reaktion auslösen und eine Retraumatisierung verursachen.

11. Gefühl der Hilflosigkeit: Situationen, die ein Gefühl der Hilflosigkeit oder Ausgeliefertheit hervorrufen, können Erinnerungen an das ursprüngliche Trauma hervorrufen und eine Retraumatisierung auslösen.

12. Konfrontation mit Folgen des Traumas: Das Erleben oder Zeugen von Ereignissen, die die Folgen des Traumas verdeutlichen, wie beispielsweise eine gewalttätige Auseinandersetzung, kann eine Retraumatisierung verursachen.

13. Verlust oder Trennung: Erfahrungen von Verlust oder Trennung, insbesondere von unterstützenden Personen oder Orten, können das Gefühl der Sicherheit und Stabilität beeinträchtigen und eine Retraumatisierung auslösen.

14. Änderungen in der Umgebung: Änderungen in der Umgebung, die dem Ort des Traumas ähneln, können Erinnerungen hervorrufen und eine Retraumatisierung verursachen.

15. Einsamkeit oder Isolation: Das Gefühl der Einsamkeit oder Isolation kann das Risiko einer Retraumatisierung erhöhen, da es die emotionalen Ressourcen und Bewältigungsmechanismen einer Person beeinträchtigen kann.

Welche Symptome können bei einer Retraumatisierung aufteten?

 

Eine Retraumatisierung kann sich auf verschiedene Arten äußern, sowohl auf emotionaler als auch auf körperlicher Ebene. Hier sind einige häufige Anzeichen und Symptome, die darauf hinweisen können, dass eine Person retraumatisiert wurde:

1. Intensive emotionale Reaktionen: Plötzliche und überwältigende Emotionen wie Angst, Panik, Wut, Trauer oder Hilflosigkeit können auftreten, oft ohne ersichtlichen Auslöser.

2. Flashbacks und Erinnerungen: Die Person kann unkontrollierbare Flashbacks oder intensive Erinnerungen an das ursprüngliche Trauma erleben, die das Gefühl vermitteln, das Trauma erneut zu erleben.

3. Vermeidungsverhalten: Die Person kann beginnen, Situationen, Orte, Menschen oder Aktivitäten zu vermeiden, die an das Trauma erinnern oder ähnliche Stressoren auslösen könnten.

4. Hypervigilanz: Eine erhöhte Wachsamkeit oder Hypervigilanz kann auftreten, wobei die Person ständig auf potenzielle Bedrohungen oder Gefahren achtet.

5. Körperliche Symptome: Körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Übelkeit oder Schwindel können auftreten, oft als Reaktion auf die intensiven emotionalen Reaktionen.

6. Schlafstörungen: Probleme beim Einschlafen, Durchschlafen oder Albträume können häufig auftreten, wodurch die Erholung beeinträchtigt wird.

7. Stimmungsschwankungen: Die Person kann unvorhersehbare Stimmungsschwankungen erleben, von extremer Niedergeschlagenheit und Depression bis hin zu plötzlichen Wutausbrüchen oder Reizbarkeit.

8. Soziale Rückzug: Die Person kann sich von anderen zurückziehen, soziale Interaktionen vermeiden oder das Vertrauen in Beziehungen verlieren.

9. Selbstschädigendes Verhalten: Selbstverletzendes Verhalten wie Selbstbeschädigung, Drogenmissbrauch oder riskantes Verhalten können auftreten, um mit den intensiven Emotionen umzugehen.

10. Gefühl der Entfremdung: Die Person kann ein Gefühl der Entfremdung von sich selbst, anderen Menschen oder der Umwelt erleben, was zu einer weiteren Isolation führen kann.

11. Konzentrationsprobleme: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder Dinge zu erledigen, können auftreten, da die Gedanken häufig von den traumatischen Erinnerungen überwältigt werden.

12. Verlust des Zeitgefühls: Die Person kann das Gefühl haben, die Kontrolle über die Zeit zu verlieren oder das Gefühl haben, in der Vergangenheit gefangen zu sein.

13. Physische Beschwerden ohne klare Ursache: Unspezifische körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder Muskelverspannungen können auftreten, ohne eine klare medizinische Ursache.

14. Veränderungen im Essverhalten: Essstörungen wie übermäßiges Essen oder Appetitlosigkeit können auftreten, da die Person versucht, mit den emotionalen Belastungen umzugehen.

15. Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit: Die Person kann ein tiefes Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit erleben, das ihre Fähigkeit beeinträchtigt, positive Veränderungen herbeizuführen oder Hilfe zu suchen.

Die Sicht der Polyvagaltheorie auf die Retraumatisierung:

Die Polyvagaltheorie von Dr. Stephen Porges bietet einen faszinierenden Einblick in die Dynamik des autonomen Nervensystems und seine Rolle bei der Regulation von Emotionen und Stressreaktionen. Im Kontext der Re-Traumatisierung können wir die Theorie nutzen, um zu verstehen, wie das Nervensystem auf traumatische Reize reagiert:

1. Polyvagales Nervensystem (PNS): Die Polyvagaltheorie beschreibt das autonome Nervensystem als komplexes System, das in unterschiedlichen Wegen agiert, um auf verschiedene Umweltreize zu reagieren. Der ventrale Vagus wird mit Sicherheit und sozialem Engagement verbunden, während der dorsale Vagus mit Überlebensreaktionen wie Erstarrung oder Rückzug in Verbindung gebracht wird.

2. Ventraler Vagus und Sicherheit: Wenn eine Person sich sicher fühlt und soziale Bindungen aufbauen kann, ist der ventrale Vagus aktiviert. Dies unterstützt die Regulation von Emotionen und Stress und fördert ein Gefühl der Sicherheit und Verbundenheit.

3. Dorsaler Vagus und Überlebensreaktionen: In Gefahrensituationen kann der dorsale Vagus aktiviert werden, was zu einer gesteigerten Stressreaktion führt. Diese Reaktionen sind Teil des Überlebensmechanismus des Körpers und können dazu führen, dass eine Person sich zurückzieht oder erstarren.

4. Retraumatisierung und Polyvagaltheorie: Re-Traumatisierung kann als eine Aktivierung des dorsalen Vagus und eine Deaktivierung des ventralen Vagus verstanden werden. Das Wiedererleben des Traumas oder das Ausgesetztsein gegenüber triggernden Reizen kann das autonome Nervensystem in einen Zustand der Alarmbereitschaft versetzen, was zu übermäßigen Stressreaktionen führt.

5. Disregulation des autonomen Nervensystems: Die Auswirkungen von Retraumatisierung können zu einer Dysregulation des autonomen Nervensystems führen, wobei der Wechsel zwischen den verschiedenen Zuständen des Vagus gestört ist. Dies kann dazu führen, dass eine Person Schwierigkeiten hat, sich sicher zu fühlen und soziale Bindungen aufrechtzuerhalten, was die Bewältigung des Traumas erschwert.

6. Rolle von Sicherheit und Verbundenheit: Die Polyvagaltheorie betont die Bedeutung von Sicherheit und sozialer Verbundenheit bei der Regulation von Emotionen und Stressreaktionen. Eine unterstützende und sichere Umgebung kann dazu beitragen, das autonome Nervensystem in einen Zustand der Sicherheit zu versetzen und die Auswirkungen von Retraumatisierung zu verringern.

7. Dysfunktionale Überlebensmechanismen: Im Kontext der Polyvagaltheorie können retraumatisierte Personen dazu neigen, auf dysfunktionale Überlebensmechanismen zurückzugreifen, um mit den intensiven Emotionen und dem Stress umzugehen. Diese Mechanismen können sowohl im Bereich des ventralen Vagus, wie beispielsweise übermäßiges soziales Anpassungsverhalten, als auch im Bereich des dorsalen Vagus, wie Erstarrung oder Rückzug, auftreten. Die Reaktivierung des dorsalen Vagus kann dazu führen, dass die Person in einen Zustand von Erstarrung oder Dissoziation gerät, was es ihr schwer macht, angemessen auf die aktuellen Stressoren zu reagieren.

Die Polyvagaltheorie Dir helfen, ein tieferes Verständnis für Deine Reaktionen auf Trauma zu entwickeln und dir Tools und Interventionen an die Hand zu geben, um Deine Selbstregulierungsfähigkeiten zu stärken und die Retraumatisierung zu bewältigen.

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Die Macht der Kränkungen – Warum sie uns so tief verletzen + 15 Tipps für Dich

Die Macht der Kränkungen – Warum sie uns so tief verletzen + 15 Tipps für Dich

Kränkungen können uns zutiefst verletzen, weil sie in der Regel unsere emotionalen Bedürfnisse und unser Selbstwertgefühl angreifen.
Sie sind oft schmerzhaft und ihre Auswirkungen können tiefgreifend und langanhaltend sein.
In diesem Artikel werden wir einige der Gründe diskutieren, warum Kränkungen uns so stark beeinflussen und welche Auswirkungen sie auf unser emotionales Wohlbefinden haben können.

 

Selbstwertgefühl

Kränkungen können unser Selbstwertgefühl beeinträchtigen, indem sie uns das Gefühl geben, minderwertig, ungeliebt oder unakzeptabel zu sein. Ein Beispiel dafür könnte sein, wenn jemand abwertende Bemerkungen über unser Aussehen oder unsere Fähigkeiten macht, was dazu führt, dass wir an unserer eigenen Wertigkeit zweifeln. Dieser Prozess kann unser Selbstvertrauen untergraben und uns unsicher und selbstbewusst fühlen lassen.

 

Emotionale Bindungen

Kränkungen von Menschen, die uns nahestehen, können besonders schmerzhaft sein. Wenn beispielsweise ein enger Freund oder ein geliebter Mensch uns verletzt oder ablehnt, kann dies das Vertrauen in dieser Beziehung erschüttern und zu einem tiefen emotionalen Schmerz führen. Dies kann auch dazu führen, dass wir uns isoliert und allein fühlen, was unseren emotionalen Schmerz noch verstärken kann.

 

Angst vor Ablehnung

Viele Menschen haben die Angst vor Ablehnung oder Ausgrenzung tief in sich verwurzelt. Kränkungen verstärken diese Ängste, indem sie uns glauben lassen, dass wir nicht akzeptiert oder geliebt werden. Ein Beispiel könnte sein, wenn man bei einer Gruppenaktivität ausgeschlossen wird und die Befürchtung hat, von anderen abgelehnt zu werden. Dies kann zu einem Gefühl der Isolation und des Nichtdazugehörens führen, was wiederum unser Selbstwertgefühl und unser allgemeines Wohlbefinden beeinträchtigen kann.

 

Identität

Kränkungen können unsere Vorstellungen von unserer eigenen Identität und unserem Selbstbild erschüttern. Stell dir vor, du hast jahrelang hart an deinem Beruf gearbeitet, und jemand stellt plötzlich öffentlich deine Fähigkeiten in Frage. Dies kann deine Selbstwahrnehmung in Frage stellen und dich verunsichern. Es kann auch dazu führen, dass du an deinen Fähigkeiten und deinem Wert zweifelst, was wiederum dein Selbstwertgefühl und dein Gefühl von Selbstsicherheit untergraben kann.

 

Scham

Kränkungen können Schamgefühle auslösen, da sie oft vor anderen Menschen oder in öffentlichen Situationen stattfinden. Ein Beispiel hierfür könnte sein, wenn jemand in einer Gruppe gedemütigt wird und sich danach schämt, sich den anderen erneut zu zeigen. Scham kann ein mächtiges Gefühl sein, das uns davon abhalten kann, uns selbst zu akzeptieren und uns in unserem eigenen Leben wohl zu fühlen.

 

Unvorhersehbarkeit

Kränkungen sind oft unvorhersehbar und können von Menschen oder Situationen ausgelöst werden, die wir nicht kontrollieren können. Das Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts kann den Schmerz verstärken und uns das Gefühl geben, dass wir unserem eigenen Schicksal ausgeliefert sind. Dies kann zu Gefühlen von Unsicherheit und Angst führen, die unser allgemeines Wohlbefinden beeinträchtigen können.

 

Langfristige Auswirkungen

Wenn Kränkungen nicht angemessen bewältigt werden, können sie langfristige Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit haben. Zum Beispiel kann wiederholte Kränkung im Laufe der Zeit zu Depressionen, Angstzuständen und einem stark reduzierten Selbstwertgefühl führen. Es ist daher wichtig, dass wir lernen, wie wir mit Kränkungen umgehen und sie bewältigen können, um ihre langfristigen Auswirkungen zu minimieren und unser emotionales Wohlbefinden zu fördern.

Insgesamt können Kränkungen eine starke Auswirkung auf unser emotionales Wohlbefinden und unser Selbstwertgefühl haben. Es ist wichtig, dass wir lernen, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen und sie bewältigen können, um unsere psychische Gesundheit zu fördern und zu schützen.

Hier sind einige Tipps / Strategien, die dir helfen können besser mit Kränkungen umzugehen.

    1. Selbstbewusstsein entwickeln:

    Verstehe deine eigenen Stärken und Schwächen, und sei dir dein eigenes Selbstwertgefühl bewusst. Je mehr du dich selbst kennst, desto weniger werden dich Kränkungen beeinflussen.

    2. Die Perspektive wechseln:

    Versuche, die Situation aus der Sicht der anderen Person zu betrachten. Oft haben Kränkungen mehr mit ihren eigenen Problemen und Unsicherheiten zu tun als mit dir.

    3. Emotionale Kontrolle:

    Lerne, deine emotionalen Reaktionen zu kontrollieren. Tiefes Atmen, Meditation und Achtsamkeit können helfen, dich zu beruhigen, bevor du impulsiv reagierst.

    4. Zeit gewinnen:

    Wenn du gekränkt wurdest, nimm dir Zeit, bevor du antwortest.

    Das gibt dir die Gelegenheit,  deine Emotionen zu verarbeiten und eine überlegte Antwort zu formulieren.

    5.Kommunikation:

    Sprich mit der Person, die dich gekränkt hat, wenn es angebracht ist. Konstruktive Kommunikation kann Missverständnisse klären und zu einer Lösung führen.

    6.Grenzen setzen:

    Setze klare Grenzen und lass andere wissen, was du akzeptierst und was nicht. Dies kann dazu beitragen, künftige Kränkungen zu verhindern.

    7. Selbstwert steigern:

    Arbeite an deinem Selbstwertgefühl und deinem Selbstvertrauen.

    Je stärker du dich selbst schätzt, desto weniger werden dich die Meinungen und Handlungen anderer verletzen.

    8. Resilienz stärken:

    Entwickle deine Fähigkeiten zur Resilienz, um besser mit Schwierigkeiten und Rückschlägen umgehen zu können. Resiliente Menschen können Kränkungen besser bewältigen.

    9. Humor:

    Lerne, über dich selbst zu lachen und die Dinge nicht ernst zu nehmen.  Ein gesunder Sinn für Humor kann dir helfen, Kränkungen leichter zu nehmen.

    10. Ablenkung:

    Lenke deine Aufmerksamkeit auf andere Dinge, die dir Freude bereiten. Manchmal hilft es, sich auf positive Aktivitäten zu konzentrieren, um negative Gefühle zu überwinden.

    11. Akzeptanz und Vergebung:

    Akzeptiere, dass du nicht jeden beeindrucken oder jeden Konflikt vermeiden kannst. Manche Menschen werden immer negative Bemerkungen machen, und das hat oft nichts mit dir zu tun.

    Lerne, zu akzeptieren, dass niemand perfekt ist, einschließlich dir selbst. Versuche, andere zu vergeben, wenn sie dich gekränkt haben. Dies befreit dich von negativen Emotionen.

    12. Unterstützung suchen:

    Sprich mit Freunden, Familie oder einem Therapeuten über deine Gefühle und Erfahrungen. Manchmal hilft es, Unterstützung von anderen zu erhalten.

    13. Werte und Prioritäten klären:

    Denken Sie darüber nach, was Ihnen im Leben wirklich wichtig ist. Wenn du deine Werte und Prioritäten klar vor Augen hast, kannst du Kränkungen weniger aus der Bahn werfen.

    14. Reframing:

    Versuche, negative Bemerkungen oder Situationen in einem positiven Licht zu sehen. Suche nach den Lektionen, die du aus ihnen ziehen/lernen kannst.

    15. Selbstfürsorge:

    Sorge gut für dich selbst, sowohl körperlich als auch emotional. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, deine Stressresistenz zu erhöhen.

    Denke daran, dass es normal ist, hin und wieder gekränkt zu werden. Aber wie du darauf reagierst, liegt in deiner Kontrolle. Indem du diese Strategien anwendest, kannst du gelassener auf Kränkungen reagieren und deine emotionale Gesundheit stärken.

    Die Bedeutung der Emotionen: Die Kunst, unsere Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu verstehen

    Die Bedeutung der Emotionen: Die Kunst, unsere Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu verstehen

    Die Bedeutung der Emotionen: Die Kunst, unsere Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu verstehen

    Glaubst du, dass Gefühle wichtiger sind als unser Verstand? Die Idee, unsere Emotionen bewusst wahrzunehmen und zu spüren, hat in der modernen Psychologie viel Aufmerksamkeit erhalten. In diesem Artikel möchten wir die Bedeutung dieser emotionalen Intelligenz erkunden.

    Authentizität und der Ausdruck von Emotionen

    Es wird oft gesagt, dass wir authentisch sein sollten, indem wir unsere Gefühle ohne Einschränkung ausdrücken. Aber ist das wirklich der Fall? Ist es wirklich notwendig, unsere Emotionen uneingeschränkt auszuleben, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen? Dies sind wichtige Fragen, die wir uns stellen sollten.

    Gefühle sind zweifellos von großer Bedeutung, und das Unterdrücken von Emotionen kann langfristig negative Auswirkungen haben. Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass der Ausdruck von Emotionen in angemessener Weise erfolgen sollte. Wenn wir überwältigt werden und unsere Gefühle unkontrolliert ausleben, kann dies zu Problemen führen.

    Der Mythos des emotionalen Panzers

    Oft haben wir den Wunsch, die „Schutzmauern“ anderer Menschen zu durchbrechen, um ihre wahren Gefühle freizulegen. Wir nehmen an, dass diese Menschen ihre Emotionen unterdrücken, aber das ist nicht immer der Fall. Tatsächlich haben viele Menschen Schwierigkeiten damit, angemessene emotionale Grenzen zu setzen. Sie könnten sich in ihren Gefühlen verlieren und ein äußeres Bild von Stärke und Selbstsicherheit aufbauen, um sich zu schützen.

    Es ist wichtig zu erkennen, dass ein übermäßiges Überfluten von Emotionen ebenfalls zu erheblichen Problemen führen kann. Die Lösung liegt nicht darin, alles rational mit dem Verstand zu regulieren, sondern in einer gesunden Balance zwischen Verstand und Emotion.

    Wie entstehen Emotionen?

    Um besser zu verstehen, wie Emotionen funktionieren, ist es hilfreich, zu betrachten, wie sie entstehen. Emotionen sind im Wesentlichen interpretierte Körperempfindungen. Wenn etwas in unserer Umgebung unsere Sinne anspricht, interpretiert unser Gehirn diese Reize und drückt sie in Form von Emotionen aus.

    Diese Interpretationen sind oft von unserer frühen Kindheit und den Erfahrungen, die wir gemacht haben, geprägt. Uns wurde beigebracht, wie wir unsere Körperempfindungen benennen sollten, wie Hunger, Angst, Wut oder Traurigkeit.

    Die Rolle von Geschlecht und Emotionen

    Es gibt auch geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit Emotionen. Frauen können manchmal weniger Wut ausdrücken und stattdessen mit Trauer reagieren, während Männer Schwierigkeiten haben, Traurigkeit zu zeigen oder zu spüren. Diese Unterschiede sind oft das Ergebnis gesellschaftlicher Normen und Erwartungen.

    Emotionen in der Gegenwart und Vergangenheit

    Emotionale Reaktionen in der Gegenwart werden oft von unseren früheren Erfahrungen und Interpretationen beeinflusst. Ähnliche Situationen im Hier und Jetzt können unser Gehirn dazu bringen, sofort Verknüpfungen zur Vergangenheit herzustellen, was dazu führt, dass wir die aktuelle Situation mit Emotionen aus der Vergangenheit erleben.

    Dies kann zu Fehlinterpretationen führen, bei denen unsere emotionalen Reaktionen nicht im Einklang mit der Realität stehen. Extreme Emotionsausbrüche können die Folge sein.

    Die Kunst der Achtsamkeit

    Um die Kontrolle über unsere Emotionen zu erlangen, können wir lernen, uns selbst aus einer beobachtenden Position heraus zu betrachten. Dies ermöglicht es uns, nicht vollständig mit unseren Emotionen zu identifizieren.

    Gefühle kommen und gehen, ebenso wie Gedanken. Um nicht von ihnen überwältigt zu werden, können wir zuerst in unseren Körper hineinfühlen. Wir können uns fragen, wie sich das Gefühl physisch anfühlt – ist es heiß oder kalt, wo im Körper spüren wir es, gibt es ein Drücken, Einengen, Stechen oder Kribbeln?

    Durch diese Achtsamkeitspraxis können wir die Pause zwischen einem Reiz und unserer Reaktion verlängern und bewusstere Entscheidungen im Umgang mit unseren Emotionen treffen.

    Insgesamt zeigt sich, dass das Thema Emotionen komplex ist und verschiedene Facetten umfasst. Das Verständnis und der bewusste Umgang mit unseren Gefühlen können jedoch dazu beitragen, ein erfülltes und gesundes Leben zu führen. Es ist auch wichtig zu beachten, dass jede Person einzigartig ist, und was für eine Person funktioniert, mag für eine andere nicht geeignet sein. Bei schwerwiegenden emotionalen Problemen ist es ratsam, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

    Warum und wann sollte ich vergeben? Deine Reise zur inneren Freiheit?

    Warum und wann sollte ich vergeben? Deine Reise zur inneren Freiheit?

    Das Thema Vergebung ist eines, das uns alle in unserem Leben irgendwann betrifft.

    Wir werden alle mit Situationen konfrontiert, in denen wir uns fragen, ob wir vergeben sollten oder nicht. Die Entscheidung, zu vergeben oder nicht zu vergeben, ist komplex und von vielen Faktoren abhängig. 

     

    Warum kann es für Dich gut sein zu verzeihen:

     

    1. Heilung und innere Ruhe: Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Vergebung oft der Schlüssel zur inneren Heilung und zur Befreiung von negativen Emotionen wie Wut, Groll und Hass sein kann. Wenn wir vergeben, befreien wir uns selbst von der Last der Vergangenheit und finden inneren Frieden.

    2. Menschliche Fehlbarkeit: Niemand ist perfekt, und wir alle machen Fehler. Das Erkennen dieser Tatsache und die Bereitschaft, anderen Fehler zuzugestehen, kann zu mehr Mitgefühl und Verständnis führen. Vergebung kann ein Zeichen von Menschlichkeit sein.

    3. Beziehungserhaltung: In unseren zwischenmenschlichen Beziehungen können Konflikte auftreten. Vergebung kann den Weg zur Versöhnung und zur Verbesserung der Kommunikation ebnen. Es kann helfen, Beziehungen zu erhalten oder wiederherzustellen.

    4. Längerfristige Gesundheit: Die Forschung hat gezeigt, dass das Festhalten an negativen Gefühlen wie Wut und Groll langfristig schädlich für unsere physische und psychische Gesundheit sein kann. Vergebung kann einen Beitrag zu unserem Wohlbefinden leisten.

    5. Persönlichkeitsentwicklung: Die Bereitschaft zur Vergebung erfordert oft Mut und Empathie. Es kann ein Akt des persönlichen Wachstums und der Reife sein, der unsere emotionale Intelligenz und Stärke stärkt.

    6. Kontextabhängigkeit: Die Entscheidung zur Vergebung hängt stark von den spezifischen Umständen ab. Manchmal ist Vergebung angebracht, während sie in anderen Fällen nicht ratsam ist. Den Kontext und deine individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen, ist entscheidend. 

    Hier sind einige Gründe, warum manche Menschen der Meinung sind, dass wir nicht alles verzeihen sollten:

    1. Gerechtigkeit: Ein Argument lautet, dass Vergebung nicht immer gerecht ist. In einigen Fällen können Taten so schwerwiegend sein, dass sie eine angemessene Strafe erfordern, anstatt einfach vergeben zu werden. Dies betrifft insbesondere schwerwiegende Verbrechen. 

    2. Selbstschutz: Manche Menschen argumentieren, dass es wichtig ist, sich selbst zu schützen, indem sie sich von Menschen oder Situationen fernhalten, die ihnen schaden könnten. In solchen Fällen kann Vergebung als gefährlich angesehen werden, da sie die Tür für wiederholte Verletzungen öffnen könnte.

    3. Verantwortlichkeit: Vergebung ohne Reue oder Verantwortlichkeit seitens des Täters kann dazu führen, dass schädliches Verhalten nicht korrigiert wird. In einigen Fällen ist es wichtig, dass Täter Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und Konsequenzen tragen.

    4. Individuelle Unterschiede: Jeder Mensch ist unterschiedlich, und es gibt keine Einheitslösung für die Frage der Vergebung. Einige Menschen finden Trost und Heilung in der Vergebung, während andere es vorziehen, Distanz zu wahren und keinen Kontakt zu Tätern zu haben.

    5. Kulturelle und religiöse Überzeugungen: Kulturelle und religiöse Hintergründe können die Ansichten zur Vergebung stark beeinflussen. In einigen Kulturen und Religionen wird Vergebung als tugendhaft angesehen und gefördert, während in anderen die Idee der Vergeltung oder des gerechten Ausgleichs dominanter sein kann. 

      In unserem Leben werden wir wahrscheinlich vor Entscheidungen zur Vergebung gestellt werden, und es gibt keine klare Anleitung oder Antwort.

      Deine persönlichen Werte, Erfahrungen und Überzeugungen werden eine Rolle spielen.

      Eine offene Selbstreflexion und gegebenenfalls professionelle Unterstützung, wie Therapie oder Beratung, können dir bei der Entscheidungsfindung helfen.

      Die Fähigkeit zu vergeben ist ein Geschenk an dich selbst. Sie ermöglicht dir, negative Emotionen loszulassen und inneren Frieden zu finden.

      Denke daran, dass es in Ordnung ist, zu vergeben, wenn du dich dazu bereit fühlst, und es ist auch in Ordnung, es nicht zu tun, wenn du nicht dazu bereit bist.

      Deine Reise zur inneren Freiheit beginnt bei dir, und du hast die Kontrolle darüber, wie du damit umgehst.

      In der Hoffnung, dass dieser Artikel dir einige Denkanstöße bietet, sende ich dir liebe Grüße auf deiner Reise zur inneren Freiheit.

       

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      Die dunkle Seite der Empathie

      Die dunkle Seite der Empathie

      Die dunkle Seite der Empathie

       

      Empathie gilt oft als eine der nobelsten Eigenschaften des Menschen. Sie ermöglicht uns, uns in die Gefühle und Bedürfnisse anderer hineinzuversetzen, Mitgefühl zu empfinden und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen zu stärken.

      Doch wie bei vielen Dingen im Leben hat auch Empathie eine „dunkle Seite“, die oft übersehen wird.

       

      Hier einige Beispiele für die dunkle Seite der Empathie:

       

      1. Empathie-Erschöpfung:

      Ja, Empathie kann ermüdend sein. Menschen, die stark empathisch sind, neigen dazu, die Emotionen anderer stark aufzunehmen. In Berufen, in denen sie regelmäßig mit traumatischen Geschichten und emotionalem Leid konfrontiert sind, kann dies zu Empathie-Erschöpfung führen, einer Art emotionaler Erschöpfung. Diejenigen, die sich um andere kümmern, sollten sich ihrer eigenen Selbstfürsorge bewusst sein.

      2. Manipulation:

      Es ist bedauerlich, aber wahr: Einige nutzen ihre empathischen Fähigkeiten aus, um andere zu manipulieren. Sie erkennen die Schwächen und Bedürfnisse anderer und setzen diese Erkenntnisse ein, um persönliche Vorteile zu erlangen. Dies erinnert uns daran, dass nicht jeder, der empathisch erscheint, auch wirklich wohlwollend ist.

      3. Parteilichkeit: Empathie kann zu übermäßiger Parteilichkeit führen. Wir könnten dazu neigen, die Emotionen und Bedürfnisse von Menschen, die uns emotional näher stehen, stärker zu gewichten. Dies kann zu ungerechter Behandlung oder Entscheidungsfindung führen, bei der diejenigen, die weniger emotional nahe stehen, benachteiligt werden.

      4. Negative Emotionen:

      Eine zu starke Empathie kann dazu führen, dass wir die negativen Emotionen anderer zu stark aufnehmen und sie auf uns selbst übertragen. Dies kann zu Angst, Depression oder anderen psychischen Gesundheitsproblemen führen. Es ist wichtig, Grenzen zu setzen und die eigene emotionale Gesundheit zu schützen.

      5. Emotionaler Burnout:

      Empathie kann dazu führen, dass Menschen sich zu stark in die emotionalen Herausforderungen anderer Menschen hineinversetzen. Dies kann zu emotionalem Burnout führen, bei dem die eigenen Emotionen und Belastungen vernachlässigt werden.

      Burnout

      6. Konflikte und Stress:

      Empathische Menschen neigen dazu, sich stark in zwischenmenschliche Konflikte einzubringen, um zu helfen oder zu vermitteln. Dies kann zu einem erhöhten Stressniveau führen, da Konflikte oft emotional belastend sind.

      7. Fehlende Abgrenzung:

      Ein Mangel an Abgrenzung kann ein Problem sein, wenn empathische Menschen Schwierigkeiten haben, „Nein“ zu sagen oder ihre eigenen Grenzen zu setzen. Sie könnten sich überfordern, um anderen zu helfen, was zu eigenen negativen Konsequenzen führen kann.

      8. Empathie vs. Sympathie:

      Es ist wichtig zu beachten, dass Empathie und Sympathie unterschiedliche Dinge sind. Während Empathie bedeutet, sich in die Gefühle anderer hineinzuversetzen, bedeutet Sympathie, Mitgefühl und Mitgefühl für sie zu empfinden. Empathie kann dazu führen, dass man sich zu sehr mit den negativen Emotionen anderer identifiziert, während Sympathie eher dazu neigt, Mitgefühl zu empfinden, ohne sich selbst zu sehr in die Emotionen zu vertiefen.

      9. Selektive Empathie:

      Manchmal neigen Menschen dazu, ihre Empathie selektiv einzusetzen und sie nur für bestimmte Gruppen oder Personen zu empfinden. Dies kann zu Vorurteilen und Diskriminierung führen, wenn Empathie nicht für alle Menschen gleichermaßen ausgeübt wird.

      10. Emotionale Überforderung:

      Empathische Menschen könnten dazu neigen, die emotionalen Belastungen anderer Menschen aufzunehmen, selbst wenn dies nicht angebracht ist. Dies kann dazu führen, dass sie sich übermäßig besorgt oder verantwortlich fühlen, selbst wenn sie keinen Einfluss auf die Situation haben.

       

      Die dunkle Seite der Empathie ist ein komplexes Thema, das verdeutlicht, dass Empathie nicht immer nur positiv ist. Es erfordert Achtsamkeit und Selbstreflexion, um Empathie auf eine Weise auszuleben, die sowohl anderen als auch einem selbst zugutekommt. Insgesamt ist Empathie jedoch eine wichtige Fähigkeit, die unser zwischenmenschliches Verständnis und unser Zusammenleben verbessern kann, wenn sie in einem ausgewogenen und gesunden Rahmen angewendet wird.

      Wie kannst du mich erreichen?

      1. per email – dazu nutzt du am einfachsten das Kontaktformular.
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      Beate Popp

      Heilpraktikerin & Psychologische Lebensberatung

      lebensmitte-endlich-stark.de