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Was ist Abgrenzung überhaupt? Was ist eine Grenze?

Eigentlich ist alles im spirituellen Sinne gesehen verbunden! Doch in dieser Welt brauchen wir Grenzen! Wir dürfen lernen Nein zu sagen, wenn uns jemande manipulieren will, dürfen uns wehren, wenn uns jemand angreift, unser Leben bedroht und dürfen unser Position und Wahrheit äussern.

Weil wir wissen wer wir sind und wo unsere Grenze ist, wir wissen wann sie überschritten wird! Es geht um unser physisches  Leben und vor allem um unser seelisches Wohlfinden.

Die Grenze ist ein Schutz um unseren Raum zu verteidigen und selbstbestimmt zuzulassen, wer eintreten darf, auch wie weit jemand an uns herantreten darf.

Abgrenzung ist für mich aber auch:  klar wahrzunehmen, wer bin ich – wer ist der andere

Dann kann ich aus meiner Stärke und Klarheit heraus die richtige Position einnehmen und mich rechtzeitig abgrenzen!

Das Kind lernt in der Entwicklung „nein“ zu sagen, dann wenn das Bewusstsein über das eigenen „Ich“ entsteht. Es entdeckt, das es eine eigenständige Persönlichkeit ist. Traumatisierte Menschen haben keine echte ehrliche Bezugsperson, die die Gefühle reflektiert und authentisch reagiert.

Warum fällt es traumatisierten Menschen oft sehr schwer sich abzugrenzen?

Warum fällt es uns so schwer Nein zu sagen? Wir haben als Kind gelernt uns anzupassen, sonst wären wir aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden, hätten Ärger bekommen oder wären vielleicht bestraft worden.

Liebe und versorgt werden ist für das Kind lebenswichtig.  Ausgeschlossen zu werden, ist in der Kindheit  lebensbedrohlich!

Wir verzichten auf Eigenständigkeit um zu überleben!

Wie oft gehst Du über Deine Grenze? Lässt den Anderen Dich manipulieren und lässt Dich aussnutzen?

Mir geht es hier nicht darum, das man nicht hilfsbereit ist, wenn der andere in Not ist oder wirklich Hilfe braucht.

Es geht darum, das Du Dich wieder mal komplett aufgibst über Deine Grenzen gehst und Dich und Deine Bedürfnisse nicht wahrnimmst!

Kennst Du das auch?

Jemand bittet Dich um etwas und Du sagst sofort „Ja“!

Dabei hast Du eigentlich keine Lust, keine Zeit, oder fühlst Dich damit sogar überfordert?

•  Wir haben Angst ausgeschlossen zu werden, als zu faul, zu unsozial, zu inkompetent oder was auch immer angesehen zu werden. Und wieder kommt die Angst der Ausgrenzung aus der Gruppe.

• Wir fühlen uns schuldig, wenn wir uns abgrenzen. Fühlst Du Dich für die Gefühle der Anderen verantwortlich? Hast Du gelernt, Dich für andere aufzugeben, um zu gefallen? Wir haben einen Einfluss auf die Gefühle anderer. Aber letztendlich ist jeder selbst für sich verantwortlich.

• Denkst Du auch, wenn Du Dich abgrenzt und Nein sagst, verlierst Du den Kontakt zu anderen? Glaubst Du wenn Du immer Ja und Amen sagst, wirst Du wirklich respektiert und für ernst genommen? Oder denken die anderen nicht eher: mit diesem Menschen kann man machen was man willst.

• Du bist ein sehr sensitiver Mensch und spürst sofort was der andere braucht! Auch das hast Du sehr früh gelernt, zu funktionieren um in der Bindung zu bleiben, die Dein Überleben sichert. Der Andere ist immer wichtiger als Du selbst. Du gehst über Grenzen, letztendlich schadest Du Dir selbst, weil Du ausgepowert bist und für Deine Bedürfnisse keine Kapazität mehr vorhanden ist. Das macht langfristig krank!

• Mal ganz ehrlich? Bringst es Dir Selbstbewusstsein, wenn Du gebraucht wirst? Fühlst Du Dich nur dann wichtig, wenn Du ständig um Hilfe gefragt wirst.

Da gibts einen einfachen Trick: Überlege mal wie wichtig Du wirklich dem anderen bist, wenn Du Hilfe und Unterstützung brauchst. Ist der andere da, weil er Dich wertschätzt oder entzieht er sich dann mit fadenscheinigen Ausreden.

Denk daran, wenn Du Dich selbst nicht gut behandelst und für Dich sorgst, werden auch andere so mit Dir umgehen und Dich ausnutzen, übermachten und manipulieren!

Nähe und Verbundenheit wird gestärkt, wenn Du für Dich selbst einstehen kannst. Du gewinnst Autenthiziät und wirst ernstgenommen!

Wie lernt man Abgrenzung?

Selbst-bewusst-werdung ist das aller, aller Wichtigste!

Natürlich kannst Du lernen, wie kommuniziere ich meine Bedürfnisse und Wünsche, wie höre ich auf mich zu rechtfertigen oder Du gehst ganz aus dem Kontakt heraus.

Aber es ist nicht die Lösung. Die Schuldgefühle, das Verpflichtungsgefühl und die Angst bleibt meistens doch ganz tief in Dir bestehen!

Übung:

Lerne zu spüren, wo Deine körperliche Grenze ist:

Versuche mal eine Übung am besten mit verschiedenen Freundinnen, die mehr oder weniger verbunden sind mit Dir. Strecke Deine Hände aus, die Handinnenflächen in Richtung des anderen. Wie nahe darf Dir der Mensch kommen. Wie fühlt es sich an? Darf er die Handflächen berühren oder muss er noch weiter weg bleiben. Es geht um eine Wahrnehmung Deines Körper! Wie reagiert Dein Herz, Dein Bauch, Dein Atem. Wird Dir heiß oder kalt! Wird Dein Puls schneller. Wie fühlst Du Dich, was fühlst Du in den Handflächen. Kribbeln, Wärme, Kälte. Willst Du sie zurückziehen? Ist der Andere schon zu nahe? Experimentiere einfach bischen.

Gibt es einen Menschen, bei dem auch die Hände sinken dürfen neben Deinen Körper, weil er grundsätzlich nicht in Deinen Raum tritt?

Spüre Deinen Raum! Wie weit ist der Radius um Dich selbst.

Mache auch die Übung umgekehrt mir anderen! Wozu neigst Du? Gehst Du zu nahe oder bleibst Du zu sehr auf Abstand?

Ich möchte hier aber nochmal darauf hinweisen, das traumatisierte Menschen sich sehr schwer tun, wahrzunehmen, was sie fühlen oder oft erst zu spät spüren, das es zuviel war oder zu nahe. Das sie mal wieder über Ihre gesunde Grenze haben trampeln lassen! 

 Es ist wichtig sich erfahrene therapeutische Unterstützung zu suchen!

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