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Frühkindliche Traumen – Entwicklungstraumen – seelische Gewalt

Du hast seelische und/oder körperliche Gewalt erlebt?

Entwicklungstraumen sind im Unterschied zu aktuten Schocktraumas dadurch gekennzeichnet, das die Traumatisierung im frühen Kindesalter und über einen längeren Zeitraum stattgefunden hat

.

Seelische Gewalt, oft unsichtbar hinter Mauern vollzogen, sind für die Kinder lebensprägend.  Leider sind sie oft Schwer nachweisbar, denn  nichts dringt nach außen. Keiner vermutet etwas!

Frühe, seelische Verletzungen wie Abwertung, verschämt werden,  Demütigungen haben auch auf die Gehirnentwicklung des Kindes und auf den weiteren Lebensverlauf gravierende Auswirkungen. Es ist als hätten wir ein getrübte Brille aufgesetzt bekommen. Mit dieser Wahrnehmung gehen wir in die Welt.

Das ist aber traumatisierten Menschen nicht bewusst. Sie reagieren auf aktuelle Situationen mit den gleichen Gefühlen wie damals, als die Traumata stattgefunden haben.

Frühkindliche Traumata führen zu einer konstanten Aussschütung von Stresshormonen und körpereigenen Endorphinen. Diese schützen den Körper vor zuviel Schmerz.  Nach der Traumatisierung bleiben diese ein Leben lang erhöht und können zu schwerwiegenden seelischen Erkrankungen, Depressionen, Ängste usw. führen.

Dieser Stresshormonpegel  und die Endorphine  versucht der Körper  auch später aufrecht zu erhalten.  Wie bei einem Suchtmittelabhängigen, braucht der Mensch seine Aufregungen und Dramen. Er braucht wie ein Süchtiger sein Suchtmittel.

In der Aufarbeitung muss dies vorsichtig und liebevoll berücksichtigt werden,  damit eine langsame Entwöhnung,  ähnlich einem Entzug stattfinden kann. 

Unser Nervensystem besteht aus dem Zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und dem Peripheren Nervensystem:

Das Periphere NS wird unterteilt in das willkürlich und das unwillkürliche(vegetative)  Nervensystem.

Das unwillkürliche auch vegetative NS:  Sympaticus,  Parasympaticus und das enterale Nervensystem

(für die zusätzliche Versorgung des Darms):  

Sie sind nicht bewusst zu steuern. Sie sind unabhängig von unserem Willen.

Sie dienen zu unserem Schutz! Sie helfen uns in Gefahrensituation blitzschnell zu reagieren. Werden wir in im Wald von einem wilden Tiger bedroht haben wir 2 Möglichkeiten:  Entweder wir kämpfen oder wir fliehen.  Bei beiden Alternativen brauchen wir viel Energie im Körper.  Der Körper schüttet Adrenalin aus und die Herzfrequenz und der Puls geht hoch, die Atmung wird intensiver (wir brauchen mehr Sauerstoff in den Muskeln) und mehr Energie (Blutzucker) wird zur Verfügung gestellt.

War die Flucht oder der Kampf erfolgreich, sorgt der Parasympaticus dafür, das die Systeme wieder zur Ruhe kommen und man sich entspannen kann.  Auch die Verdauung die zurückgefahren wurde beginnt wieder zu arbeiten.

Schaffen wir es nicht, das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung zu leben, z.B. weil wir ständig auf Hochtouren laufen oder extremen Beruflichen oder Privaten Stress ausgesetzt sind,  bleibt  der Sympaticus immer aktiv. Dies  kann  langfristig, neben den seelischen Erkrankungen,  auch zu körperlichen Beschwerden  führen.

Sypmpaticus und Parasympaticus schwingen in einer Amplitude in einem bestimmten Rahmen.  Die Phasen der Anspannung (Sympaticus) und die Phasen der Entspannung (Parasympaticus) sollten im Gleichgewicht sein.

Der Rahmen,  wie hoch der Ausschlag sein kann hängt von vielen Faktoren ab: wie war die Geburt, wie liebevoll und anregend war die Kindheit. Ist Förderung da gewesen um auch mal den Ausschlag nach oben zu erweitern und den Toleranzbereich zu vergrößern, auch mal bischen zuviel positive Anregung auszuhalten oder wurde das Kind ständig eingeschränkt und gemaßregelt.  Der Toleranzbereich bleibt dann relativ eng. Man kann wenig Glück empfinden, den der Ausschlag nach oben ist auch eingeschränkt. Man lebt das Leben wie in einem dunklen Verlies . 

Im späteren Leben fällt es traumatisierten Menschen schwerer mit herausfordernen Situationen umzugehen.  Die Motivation, der Antrieb, die Gefühle und sogar die Erinnerungsleistungen sind betroffen. Unsere Fähigkeit Glück empfinden zu können ist ebenfalls beeinträchtigt.

Erlebnisse wie eine schwere Geburt,  eine schwierige Schwangerschaft, das sofortige Wegnehmen des Kindes nach der Geburt (bein den früheren Jahrgängen war das üblich), dass zu lange Schreien lassen,  Operationen im Babyalter, Krankenhausaufenthalte, kann zu massiven, frühkindlichen Traumen führen.

Auch die unterbrochenen Hinbewegung zum Kind, weil die Mutter depressiv ist, krank oder aus anderen Gründen die Be-ziehung zum Kind nicht aufnehmen kann,  hat große Auswirkungen auf das Kind und auf dessen weiteres Leben.